Flora Schmidt: „Ich wollte über die Alpen wandern von München nach Venedig”

Flora Schmidt: „Ich wollte über die Alpen wandern von München nach Venedig”

Flora Schmidt: „Ich wollte über die Alpen wandern von München nach Venedig”

Flora Schmidt – Rohkost Interview

Ich wollte über die Alpen wandern von München nach Venedig

Flora Schmidt ist seit 2013 Rohköstlerin.
Sie ist spontan, mutig und abenteuerlustig. Egal ob es dabei um die Verbesserung des Hautbildes, die Gewichtsabnahme, spannende Experimente geht oder das ergründen der Verhaltensweisen, der gelebten Achtsamkeit und einem positiven Lifestyle oder einer positiven Denkweise. Sie packt es mit viel Freude an und inspiriert Menschen, auch durch ihre leckeren Rezepte. Wie sie sagt, ist sie ein Querdenker und das nicht nur in Sachen Ernährung und Gesundheit. Außerdem liebt sie es zu reisen.

Interview: Theofanis Orfanidis

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Rohköstlich über die Alpen!

Rohkost Register: Wie lange bist du schon Roh bzw. Vegan?

Flora Schmidt: Vegetarisch bin ich seit ca 1988, Vegan bin ich seit 2010 und Roh ernähre ich mich seit 2013.

RR: Was war das Ausschlaggebende zu deiner Ernährungsumstellung?

Flora: Ich interessiere mich schon seit meiner Kindheit für gesunde Ernährung. Da ich das Prinzip sich selbst zu versorgen, schon lange spannend finde, war für mich die Rohkost etwas sehr natürliches und ich empfinde es als ein wunderbares Lebenskonzept. Konkret gab es drei Anlässe für meine Umstellung: Ich wollte über die Alpen wandern von München nach Venedig. Dabei bin ich auf YouTuber gestoßen, die das ganze rohköstlich gemacht haben. Damals habe ich zum ersten Mal davon gehört und war begeistert. Der erste Gedanke war: Yeah, weniger Gepäck, denn ich muss keinen Kocher mitschleppen! Das fand ich genial und habe es prompt umgesetzt. Ein paar Wochen vor der Reise habe ich – als meine Menstruationsschmerzen mal wieder so stark waren- mit der Umstellung begonnen. Die Schmerzen kamen im nächsten Monat nicht wieder. Der dritte Anlass war meine Haut. Ich hatte nervige Entzündungen, die seit der Rohkost in dieser Form nicht mehr auftreten.

RR: Wann hast du eine Veränderung in deiner Gesundheit gemerkt?

Flora: Ich hatte nach einer Woche Entgiftung sofort ein absolutes Hoch und fühlte mich pudelwohl. Von da an veränderte sich so einiges :).. Besonders hervorzuheben war meine Energie. Vorher musste ich mich fast immer tagsüber hinlegen. Seit der Umstellung habe ich nie wieder einen Mittagsschlaf gehalten. Eine weitere große Veränderung war eine plötzliche Bewusstseinserweiterung. Ich sehe Dinge plötzlich viel klarer, wie mit einem Metallblick und habe dadurch ein viel größeres Verständnis. Außerdem bin ich nicht mehr so emotional in Themen verwickelt.

„Man bekommt ein Gefühl dafür, dass der Körper ein Ausdruck von dem ist, was seine Zellen als Nahrung bekommen.‟

RR: Was oder wer hat dich bei der Umstellung unterstützt?

Ich habe damals alles im Internet und an Büchern über Rohkost gelesen, was ich finden konnte. Die große Rohkost-Welle kam erst danach, so dass ich vieles einfach erst mal selbst ausprobiert habe :).

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Ein leckeres Trüffel Dessert von Flora Schmidt. Roh und Vegan!

Flora: Wie kam es dazu dein Wissen der Öffentlichkeit  zur Verfügung zu stellen?

Ich habe mich die letzten 2,5 Jahre sehr ausführlich mit der Rohkost auseinandergesetzt. Aber in erster Linie lebe ich es jetzt schon eine ganze Weile und habe viele Erfahrungen damit gemacht. Mein Leben hat sich seit dem in vielen Bereichen sehr gewandelt, darum liegt es mir sehr am Herzen, anderen in ihrer Umstellung behilflich zu sein.

RR: Wie wirkt sich Rohkost auf die Gesundheit aus und wann merke man die ersten Erfolge?

Flora: Es lässt sich natürlich keine generelle Aussage dazu machen, wie sich die Gesundheit verändert und wann sich die Erfolge einstellen. Das ist sehr individuell und von der vorherigen Lebensweise und der entsprechenden Entgiftungsphase abhängig. Ich finde aber, es wird einem durch diese Lebensweise die Kausalität von Ernährung und Gesundheit zunehmend deutlicher und man bekommt ein Gefühl dafür, dass der Körper ein Ausdruck von dem ist, was seine Zellen als Nahrung bekommen. Schlussendlich ist im Grunde vieles Heilbar – andere Bereiche neben der Ernährung sind natürlich nicht auszuschließen und wirken sich ebenfalls auf die Gesundheit aus.

RR: Wie viel Geld muss man „anfangs“ für Geräte, investieren?

Flora: Ich persönlich habe mir den Personal Blender für 100 Euro gekauft. Das war für mich erstmal ein guter Kompromiss zu dem teuren Vitamix. Ein ganzes Jahr kam ich mit ihm aus. Wenn man aber gerne Smoothies trinkt, bereitet ein guter Hochleistungsmixer  deutlich mehr Freude. Aber auch hier bekommt man einen guten für ca. 300 Euro. Meine Rohkostzeit hast sich dann später mit einer Küchenmaschine sehr erleichtert. Aber auch die gibt es schon für ca. 70 Euro. Und schlussendlich gilt – einen Apfel oder sonstiges Obst und Gemüse, kann man auch ohne Gerät essen. Es braucht  also nicht zwangsläufig gleich „alle“ Geräte. Man kann sich eins nach dem anderen anschaffen -wenn man möchte!

RR: Sollte ich eher mit Smoothies oder gleich mit 100% Rohkost anfangen?

Flora: Smoothies sind ein super Start in die Rohkost. Es lässt eine sanfte Entgiftung zu und kann z.B. gut das Frühstück ersetzen. Durch die gesundheitlichen Veränderungen bekommt man vielleicht Lust, sich dann auch auf mehr Rohkost einzulassen.

Ich habe gleich komplett umgestellt. Die Umstellung findet auf sämtlichen Ebenen statt -insbesondere im Herzen- und empfinde ich eher als Lebenseinstellung. Wenn man diese Entscheidung wirklich lebt, dann wird es einem leicht fallen. Allerdings sollte man behutsam mit sich sein, denn es gibt jahrelange Muster und Konzepte zu durchbrechen und das braucht einfach Zeit.

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Ein Smoothie der schöne Haut verspricht – von Flora Schmidt. Roh und Vegan!

RR: Was waren die „härtesten Muster“ die du durchbrechen musstest?

Flora: Meine schwierigsten Muster und Glaubenssätze, mit denen ich in die Rohkost gestartet bin:

  • Salat macht nicht satt!
  • Nudel-Sucht
  • Essen bis man sich voll fühlt und ständiges essen
  • warmes Essen ist „richtiges Essen“
  • wenn ich nichts „richtiges“ esse und nicht andauernd esse verhungere ich!
  • Verändertes denken: die Natur  gibt uns alles so, wie wir es brauchen =Essen muss nicht haltbar gemacht oder verarbeitet sein.

RR: Wie viele Tage die Woche sollte ich anfangs Rohkost essen?

Flora: Auch hier denke ich, gibt es keine pauschale Antwort. Vielleicht hilft es jemandem, sich einen Plan zu erstellen und sich konkret zu überlegen, wie man die Rohkost nach und nach in den Wochen höher dosieren möchte. Für andere gilt vielleicht eher die Bauchentscheidung, das zu essen, was sich gut anfühlt.  Wichtig ist, dass es kein verbissener Kampf wird. Wie gesagt, es ist eine Lebenseinstellung, die vom Herzen ausgehen sollte und nach und nach die Geschmacksknospen verändern darf :).

„Vorleben und nicht Maßregeln‟

RR: Wie soll ich mit meinem Partner umgehen, der „noch“ kein Rohkost essen will?

Flora: Viel Verständnis aufbringen. Mit vielen Erwartungen erreicht man wohl eher Widerstand beim anderen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Menschen von der Rohkost überzeugen kann, in dem sie gesundheitliche Veränderungen sichtbar mitbekommen. Hier gilt die Role Model-Funktion. Vorleben und nicht Maßregeln ist die beste Variante. Und natürlich gerne den anderen von den leckeren Gerichten probieren lassen ;).

RR: Muss ich anfangs irgendwelche Vitaminpräparate zu mir nehmen, und welche?

Flora: Ich selbst nehme von Anfang an Vitamin B12 und damit geht es mir super. In den kalten Jahreszeiten nehme ich Vitamin D3. Da merke ich deutlich, dass die winterliche Verstimmung nicht eintritt, es tut mir also sehr gut.

Manchmal nehme ich auch die Mikromineralien Ur-Essenz von  Rocky Mountain zu mir, die sollen den Heißhunger verringern, was besonders in der Anfangsphase vielleicht ein Geheimtipp ist 😉

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Flora (rechts) ist seit 5 Jahren vegan und seit 2,5 Jahren Rohköstlerin. Sie ist angehende Ernährungsberaterin, experimentiert gerne in der Küche und liebt das abenteuerliche Backpacken.

RR: Einige beklagen einen Blähbauch wenn sie vermehrt Obst oder Gemüse essen, was steckt dahinter?

Flora: Es liegt an den Kombinationen. Obst sollte in der Regel am besten nur morgens gegessen werden (wenn nicht den ganzen Tag) und auch unbedingt nur reifes Obst! Ich habe am Anfang oft unreife Bananen gegessen und das hat dolle Bauchschmerzen ausgelöst. Auch hier unbedingt auf die braunen Punkte achten. Besonders schlimm ist es bei mir, wenn ich Eiweiß mit Obst kombiniere, das funktioniert nicht. Mit der Zeit wird man sensibler und weiß, was geht und was nicht. Mono meals – also einzelnes Obst und Gemüse essen – lassen Blähungen im nu verschwinden. Ausserdem finde ich es wichtig, auf die ausgedehnten Verdauungsphasen zu achten und nicht permanent zu essen, da kommt die Verdauung einfach nicht hinterher. Falls ihr euch mit „Food Combining“ noch nicht auskennt, einfach googeln, dann wisst ihr genau, welche Lebensmittel zusammen gehen und welche nicht:)!

RR: Was ist der größte Fehler, den man bei der Umstellung von Koch- auf Rohkost machen kann?

Flora: Zu denken, dass es das gleiche Sättigungserleben ist – also das Gefühl zu haben, ich fühle mich kugelrund und schwer nach dem Essen. Es passiert oft, dass man bei der Umstellung permanent am essen ist und sich erst an das neue Sättigungsgefühl gewöhnen muss. Es ist nämlich so, dass der Körper auf Nährstoffebene satt wird und nicht auf Grund der Fülle des Magens. Dies bedeutet, man fühlt sich weiterhin leicht und frei und nicht schwer und müde. Das ist allerdings eine absolute Konzepterneuerung im Kopf und braucht etwas, bis es sich einstellt :)

„Es braucht nicht alle Pülverchen die es auf dem Markt gibt. Ein Hoch auf die einfache Rohkost!‟

RR: Ist Rohkost teurer als Kochkost?

Flora: Ich empfinde es als teurer, allerdings steckt so viel mehr Energie drin, wenn ich da an meine kiloweise Nudeln denke, die ich früher günstig eingekauft habe. Generell lässt sich meiner Meinung nach alles günstiger und teurer praktizieren. Egal was es ist. Und so gilt auch für die Rohkost, dass es sicherlich in irgendeiner Form für jeden erschwinglich sein kann. Die ganzen Wiesen sind voller Wildkräuter – die am allerbesten für uns sind. Und das Ganze gibt es kostenlos! Auch Sprossen züchten ist nicht teuer und stellt eine absolute Nährstoffbombe dar! Wenn man weiß wie, kann man also auch sehr günstig gesund leben :). Es braucht nicht alle Pülverchen die es auf dem Markt gibt. Ein Hoch auf die einfache Rohkost! Und wenn man sich ein-zweimal im Monat etwas Besonderes gönnt, dann kann man sich auf die Dauer auch einen guten Fundus zulegen.

RR: Ich höre immer wieder, das Leute nach Monaten oder Jahre wieder rückfällig zu Kochköstler werden, was haben die falsch gemacht, und wie kann man vorbeugen?

Flora: Vielleicht sollte einem klar sein, warum man das Ganze tut. Bei einem großen Leidensdruck fällt es einem leichter die Ernährung umzustellen, als wenn man gar nicht mehr weiß, warum man es tut. Auch ist es auf die Dauer nicht so einfach, den täglichen sozialen Alltag mitzuerleben, in dem viel gekochtes gegessen und angeboten wird. Aber da sich ja ein gewaltiges Bewusstsein -was die Rohkost anbelangt- einstellt, wird es sicher zunehmend leichter es dauerhaft zu leben. Auch sollte man sich nichts verbieten und sich auch mal ein warmes Gericht zugestehen, wenn man es möchte. Das ist auf kurz oder lang besser, als dann plötzlich alles hinzuschmeißen. Das Beste aber sind Gleichgesinnte um sich herum zu haben. Gemeinsam macht alles viel mehr Spaß und man kann auch weiterhin gemeinsam essen und muss sich nicht immer verbiegen.

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RR: Vielen Dank Flora für Deine Zeit und Dein Wissen, dass Du unseren Lesern zur Verfügung gestellt hast. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Gute, und wenn Du wieder Zeit hast, komme gerne für ein zweites Interview vorbei. 

Flora: Ich danke euch auch.


LINKS zu Flora Schmidt

Homepage: http://blumenimkopf.com/

Facebook: https://www.facebook.com/blumenimkopf


Impressionen aus der Welt der Rohkost von Flora Schmidt


Informationen zu
FOOD COMBINING:

RR Redaktion: Flora erzählt in Ihrem Interview von „food combining“, was ist das?

Wir haben recherchiert, und hier ist die Antwort:

In unserer Esskultur haben wir gelernt, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Wir werfen alle Arten von Lebensmitteln auf einem einzigen Teller, und denken das all die verschiedenen Arten von Nährstoffen unser Körper braucht.
Das ganze Konzept ist falsch, von einem ganz einfachen wissenschaftlichen Standpunkt heraus, das Lebensmittel verschiedene Verdauungszeiten haben. Man braucht nicht, Proteine, Stärke, Fett und Zucker in einer Mahlzeit zu packen. In der Tat, sollten Sie es nicht tun.
So, hier sind sechs Trennkost Regeln für eine optimale Verdauung:


1. Früchte
 sollte man als erstes essen  -Früchte verdauen am besten allein -Früchte haben den schnellsten Verdauungsvorgang im Magen
Merke: Früchte isst man als erstes oder allein, am besten als Snack.

2. Proteine und Stärke nicht mischen – es ist die schlimmste Lebensmittel-Kombinationen für den menschlichen Körper. Man benötigt eine Säurebasis, um Proteine ​​zu verdauen und eine alkalische Basis, um Stärken zu verdauen -> somit verlängert sich die Zeit der Verdauung -> die Ursache ist Gärung -> Blähungen und Verdauungsstörungen sind nicht weit entfernt.
Merke: Stärke kann alleine verzehrt werden, oder mit anderen Gemüse -Proteine isst man mit nicht-stärkehaltige Gemüse und Blattgemüse.

3. Melonen gehen Alleine -Diese Art von Obst sollte allein gegessen werden – Melonen verdauen auch völlig anders als andere Früchte.
Merke: Melonen isst man am besten allein und auf nüchternen Magen

4. Blattgemüse sind mit Aminosäuren beladen (Bausteine ​​des Proteins), ätherische Mineralien und Nährstoffe wie Vitamin-B, Eisen, Magnesium, und viele mehr. Salat sollte regelmäßig auf Ihren Teller erscheinen.
Merke: Ein Salat ist eine großartige Ergänzung zu jeder Mahlzeit und die Enzyme werden Ihnen helfen, eine reibungslose Verdauung zu haben  

5. Fett Regeln – Fette und Öle kann man mit allem kombinieren, außer Früchten –> verlangsamt die Verdauung – -Sollte in begrenzten Mengen verwendet werden, da Fett einen hohen Kaloriengehalt hat, –Merke: Essen Sie Ihre herzhafte Mahlzeit (mit Fett) zum frühen Abendessen oder lassen Sie Ihren Körper 4 bis 5 Stunden Zeit für die Verdauung, bis Sie wieder Essen.

6. Verdauungszeiten -Nahrung verdaut mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten -warte immer bis das Essen vorher Deinen Körper verlassen hat.
Merke:
1. Warten Sie zwei Stunden nach dem Sie Früchte gegessen haben.

2. Warten Sie drei Stunden nach dem Sie stärkehaltiges Essen gegessen haben.

3. Warten Sie vier Stunden nach dem Verzehr von Proteinen.

Es ist eine Menge worauf man achten muss, aber das Diagramm unten hilft Ihnen sich die Regeln zu merken! Glückliche Kombination :)

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Optimale Nahrungsmittel Kombinationen!

Quelle: Übersetzt aus dem englischen – link http://www.hercampus.com/health/food

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