Jasna Janekovic: „Stimmt! Sie widersprechen sich, aber genau das finde ich so spannend”

Jasna Janekovic: „Stimmt! Sie widersprechen sich, aber genau das finde ich so spannend”

Jasna Janekovic: „Stimmt! Sie widersprechen sich, aber genau das finde ich so spannend”

Jasna Janekovic – Rohkost Interview
(
Jasna bedeutet rein, klar und lichtvoll auf kroatisch.)

Ich stecke da mein ganzes Herzblut rein

„Ich schreibe ein E Book über Nussmilch.‟
Sagt uns Jasna, Designerin, 35 Jahre jung, ganz stolz und mit Glanz in Ihren Augen. Sie testet fleißig Nussmilch Rezepte, und arbeitet schon seit dem Frühling 2015 daran, hatte immer mal wieder so Phasen wo sie alles hinschmeißen wollte und sich fragte, wozu sie das eigentlich macht, denn es ist extrem viel Arbeit.
Aber es macht ihr auch so extrem viel Spaß, dass sie es nicht lassen kann.
Darüber hinaus ist Jasna eine begnadete Food Fotografin. Im Rohkost Interview erzählt sie auch wie sie die perfekten Bilder schießt, und welche Ausrüstung man dazu braucht. Jetzt denken Sie bestimmt, man bräuchte eine Kameraausrüstung um die 5.000 Euro und mehr, aber das Gegenteil ist der Fall.

Interview: Theofanis Orfanidis

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Jasna Janekovic ist unter anderem begnadete Food Fotografin.

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Rohkost Register: Hallo Jasna, herzlich Willkommen. Zum Anfang kommen jetzt fünfzehn wahllose Entweder-oder-Fragen, auf die Du bitte nur ganz kurz antwortest.
Nummer eins: Dein Lebensmotto?   

Jasna Janekovic: So kreativ wie möglich

RR: Kaffee oder Tee?

Jasna: Kaffe hemmt die B12 Aufnahme im Magen, deswegen kommt der bei mir nicht in Frage, momentan stehe ich voll auf Lapacho Tee, aber am liebsten Lauretana Wasser.

RR: Cabrio oder SUV?

Jasna: Was ist SUV? Wenn dann nur ein umweltfreundliches Auto, ich liebe mein Fahrrad.

RR: Stadt oder Land?

Jasna: Stadt

RR: Berge oder Meer?

Jasna: Mittelmeer in Kroatien

RR: Buch oder E-Book?

Jasna: Ich bin gerade dabei ein E-Book zu schreiben über „Nussmilch“, aber selber lese ich lieber echte Bücher, weil sie angenehmer sind für die Augen, oder drucke mir E-Books aus.

RR: Fitnessstudio oder Waldlauf?

Jasna: Waldlauf

RR: Gummibärchen oder Schokolade?

Jasna: Weder noch, wenn dann selten rohe zuckerfreie vegane Schokolade.

RR: Rohkost oder Vegan?

Jasna: Beides

RR: Zu Hause oder im Restaurant?

Jasna: Zu Hause

RR: Adler oder Ente?

Jasna: Beides schöne Tiere.

RR: Büro oder Homeoffice?

Jasna: Homeoffice

RR: Komödie oder Drama?

Jasna: Komödie

RR: Einzelkämpfer oder Teamplayer?

Jasna: Einzelkämpfer

RR: Bleistift oder Kugelschreiber?

Jasna: Am liebsten kunterbunte Fineliner.

RR: Rock oder Hose?

Jasna: Rock, am liebsten Kleid.

RR: Weiß oder Rot?

Jasna: Weiß

RR: Superfood oder super food?

Jasna: Superfood

RR: Obst oder Gemüse?

Jasna: Gemüse

RR: Banane oder Erdbeere?

Jasna: Erdbeere

RR: Spinat oder Mangold?

Jasna: Spinat

RR: Blume oder Wildkraut?

Jasna: Wildkraut

RR: Smoothie oder Saft?

Jasna: Saft

RR: Grüner oder roter Smoothie?

Jasna: Grüner Smoothie

RR: Genug geschmunzelt Jasna:) wie bist du eigentlich zur Rohkost gekommen und wie lange ernährst du dich schon so?

Jasna: Ich ernähre mich schon über 10 Jahre pflanzlich (vegan), weizenfrei, Vollwert und Industriezucker frei. Um das Jahr 2003 fing es an, dass ich starke Bauchkrämpfe bekam, Darmprobleme hatte, mich ständig übergeben musste, keine Energie hatte und es mir echt schrecklich ging. Die Ärzte konnten mir nicht sagen was los war. Ich war total verzweifelt! Durch Zufall ist mir ein Buch über Ayurvedische Ernährung in die Hände gefallen und ich war total begeistert. Ich habe Fleisch, harten Käse, Eier und weißen Zucker aus meiner Ernährung gestrichen, weil diese Nahrungsmittel nach dem Ayurveda nicht sattvisch sind. Es ging mir besser, aber richtig gut ging es mir noch nicht. Dann habe ich von der makrobiotischen Ernährung erfahren und habe Milchprodukte, Butter und Weizen aus meiner Ernährung raus geworfen und es ging mir viel besser. Die Lehre der Makrobiotisch und TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) hat mich sehr geprägt. Ich habe viele Seminare und Kochkurse besucht. Vor einem Jahren habe ich ein Buch über Rohkost geschenkt bekommen. Das Buch war für mich die Tür zu einer ganz neuen mir unbekannten Welt. Ich habe seit dem alles verschlungen, was ich an Büchern, Blogs und youtube Videos zum Thema Rohkost finden konnte. Meine Ernährung ist eine bunte unkomplizierte lustige Mischung aus Makrobiotik, Ayurveda, Rohkost, clean eating, aber immer Bio, vegan, Industriezucker frei, weizenfrei (glutenbewusst), nährstoffreich (Vollwert) und Soja reduziert. 

RR: Das sind ganz unterschiedliche Ernährungsformen. Wiedersprechen die sich denn nicht? Wieso ernährst du dich nicht 100% in einer Ernährungsform?

Jasna: Stimmt! Sie widersprechen sich, aber genau das finde ich so spannend. Es ist genauso wie bei den Religionen. Die sind auch so unterschiedlich, aber im Grunde sprechen alle vom selben Gott nur aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Genauso finde ich es wichtig, dass sich unterschiedliche Ernährungsformen nicht anfeinden, sondern dass sie sich gegenseitig respektieren. Denn der Kern aller Ernährungsformen ist, dass sie das Beste für den Körper wollen. 

Ich ernähre mich so wie es sich für meinen Körper gut anfühlt. Da ich zum Perfektionismus neige möchte ich raus aus diesem Zwang etwas 100% machen zu müssen. Ich möchte das spielerische im Vordergrund behalten. Außerdem wird es so nie langweilig. Ich finde sie ergänzen sich wunderbar. 

„Krankheit hat viele Gründe einer davon kann die Ernährung sein und diese kann man verändern.‟

RR: Wer hat dich bei der Umstellung unterstützt? 

Jasna: Leider hat mich niemand unterstützt :( Vor zehn Jahren sah die Welt ja auch noch ganz anders aus. Zu der Zeit dachten die Menschen noch, dass man als Veganer nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Da haben es die Menschen heute leichter. Auch gab es zu der Zeit keine Kochbücher zumindest keine mit Fotos. Das muss man sich mal vorstellen und heute quellen die Buchhandlungen über mit coolen Kochbücher mit veganen Rezepten. Ich habe eine starke Willenskraft und hab das einfach durchgezogen auch wenn ich viel Gegenwind bekommen habe. 

RR: Wie wirkt sich pflanzliche nährstoffreiche Ernährung auf deine Gesundheit aus und wann hast du die ersten Erfolge gespürt?

Jasna: Ich denke das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt Menschen die rauchen, trinken Alkohol und essen viel Fleisch und Zucker und sind trotzdem gesund und Menschen die sehr achtsam sein müssen um gesund zu bleiben. Krankheit hat viele Gründe einer davon kann die Ernährung sein und diese kann man verändern. Andere Faktoren sind schwieriger zu verändern. Ich denke drei Monate sind eine gute Zeit, ab dann merkt man erste Erfolge. Ich hatte vor 10 Jahren als ich meine Ernährung umgestellt hatte schon lange Zeit nicht mehr meine Monatsblutung bekommen, nach genau 3 Monaten veganer, nährstoffreicher, weizenfreier Ernährung habe ich wieder geblutet. Welch eine Freude! Da wusste ich ich bin auf dem richtigen Weg. 

RR: Wie viel Geld muss man „anfangs“ für Geräte, investieren?

Jasna: Der Markt bietet tolle Geräte: Hochleistungsmixer, Personalblender, Dörrgerät, Foodprocessor, Entsafter usw. Aber wenn ich mich nur für ein einziges entscheiden würde, wäre es der Standmixer und wenn man mehr Geld hat der Hochleistungsmixer. Mit dem kann man nämlich nicht nur Smoothies machen sondern auch Nussmilch, Saucen, creme Suppen und was viele nicht wissen: Säfte. Wenn man kein Geld hat, dann ist ein Noname Standmixer besser als keiner. Die nächste höhere Stufe wäre z.B. der Philips HR 2096 der ist echt gut für seinen Preis (ca. 70 euro) und besser als ein Aldi oder Tchibo Mixer. Wenn man etwas mehr Geld zur Verfügung hat würde ich in einen Hochleistungsmixer investieren. Mit dem kann man nämlich auch Nussmuse herstellen. Der bekommt fast alles klein, was man sich vorstellen kann. Ich habe da den Vitamix Prof 750 zum Testen zugeschickt bekommen. Der ist fantastisch, hat aber auch seinen Preis. Allerdings macht es wenig Sinn sich einen Hochleistungsmixer anzuschaffen, wenn man dann kein Geld mehr für Bioessen hat. Ich finde Bio sollte an erster Stelle stehen. Da verzichte ich lieber auf alle Geräte, Hauptsache ich esse so viel bio wie nur irgendwie möglich. Was nützt einem eine super eingerichtete Küche, wenn ich nur minderwertige Zutaten benutze!

„Lustig finde ich die Aktion sich jede Woche etwas zu kaufen, was man noch nie zuvor probiert hat.‟

RR: Sollte man eher mit Smoothies oder gleich mit 100% Rohkost anfangen?

Jasna: Man sollte das tun worauf man lust hat, wozu man sich hingezogen fühlt, und man sollte schauen wo man gerade steht. Wenn man sich momentan nur von McDonalds fraß, Cola und Zuckerzeug ernährt ist eine 100% Rohkost ein sehr sehr großer Schritt. Da könnten auch zu starke Entgiftungserscheinungen auftreten so, dass es einem erst mal lange Zeit super schlecht geht. Da wären kleine Schritte von Vorteil, wie z.B. erst Fleisch weglassen, wenn man sich dran gewöhnt hat, dass kann nach ein paar Wochen sein oder erst nach einem halben Jahr je nach dem, dann erst den nächsten Schritt gehen und auch alle andere tierischen Produkte weglassen, gleichzeitig immer auch neue Sachen einbauen die man vorher nicht gegessen hat z.B. Nüsse, Ölsaaten, Smoothies, Obst, Salate…so dass man nicht das Gefühl hat, es fallen zu viele Sachen weg, sondern man gewinnt dazu. Dann Zucker weglassen dafür mehr Obst und Trockenobst essen, die Reihenfolge kann auch anders sein. Jeden Tag einen grünen Smoothie zu machen ist eine einfache spielerische Art um sich Lust auf frisches Obst und grünblättriges Gemüse zu machen. Ich würde es am Anfang so machen, dass ich jeden Tag etwas rohköstliches in mein normales Essen integriere, das kann ein Salat sein, ein Smoothie oder Saft, viele Menschen macht die Vorstellung Angst, bestimmte Nahrungsmittel weg zulassen. Deswegen erst mal sich der Vielfalt bewusst werden die einem Rohkost bietet. Bewusst in den Bioladen oder auf den Öko-Markt gehen und schauen was gibt es alles für verschiedene Obst und Gemüsesorten, Nüsse, Ölsaaten, Trockenobst, Superfoods usw. Lustig finde ich die Aktion sich jede Woche etwas zu kaufen, was man noch nie zuvor probiert hat, zB. Topinambur, Cherimoya, Aloe Vera Blatt, frische Kurkuma, rote Möhren…

Einfach mal auf Entdeckungstour gehen!

RR: Wie soll ich man mit seinem Partner umgehen, der „noch“ kein Rohkost/vegan essen will?

Jasna: Auf keinen Fall missionieren oder ihm sein Essen schlecht machen, denn das will man ja selbst auch nicht.

Ich würde einfach die leckersten Rezepte zubereiten, die es gibt. Wie wäre es mit einer Rohkosttorte? Da kann keiner widerstehen.

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Leckere Limetten Törtchen.

RR: Ja das glaube ich dir, deine Fotos sehen so lecker aus, aber dazu später mehr, muss ich anfangs irgendwelche Vitaminpräparate vermehrt zu mir nehmen, wenn ja welche?

Jasna: Wenn ich mich nur von McDonalds Essen ernähren würde, würde mich das keiner fragen, aber sobald ich erzähle, ich bin Veganerin kommen solche Fragen. Genauso könnte ich Fleischesser fragen, ob sie Betablocker und Choleserinsenker einnehmen müssen :) Man muss unterscheiden ob man sich einfach „nur“ ungesund vegan ernährt also Nährstoff arm oder ob man sich gesund vegan ernährt. Ich ernähre mich gesund vegan und da brauche ich mir bis auf zwei Vitamine keine Sorgen zu machen.

Egal wie man sich ernährt ist es immer von Vorteil ein mal im Jahr sein Blutbild beim Arzt testen zu lassen. Besonders B12 und D3 sollten im Auge behalten werden, falls Mangel besteht kann man schauen, was man machen will. Da scheiden sich die Geister. Ich empfehle B 12 zu spritzen (in die Vene und nicht in den Muskel) so wird es am besten vom Körper aufgenommen. Dabei achten dass man nicht Cyanocobalamin (das synthetische B12) nimmt sondern Methylcobalamin. B 12 Tabletten bringen nicht so viel. Bei D 3 Mangel würde ich versuchen erst mal jeden Tag raus zu gehen auch bei bedecktem Himmel. Wenn das nichts bringt kann man Tabletten nehmen, allerdings kann eine zu Hohe Dosis von D3 zu Nierensteinen führen. B12 kann nicht überdosiert werden.

Wegen Calcium, Magnesium und Folsäure muss man sich keine Sorgen machen. Diese sind reichlich in grünem Gemüse, Nüssen und Ölsaaten vorhanden. Trotzdem ist jeder Mensch verschieden und jeder verwertet anders, deswegen ist ein Blutbild beim Arzt hilfreich.

Selen ist übrigens viel in Paranüssen. Um keine Mangelerscheinungen zu bekommen ist es wichtig Nährstoff arme Nahrungsmittel zu vermeiden und nährstoffreiche zu bevorzugen. Logisch! Nährstoff arme Nahrungsmittel sind: Raffinierte, verarbeitete Nahrungsmittel, wie weißes Mehl, weißer Zucker, Kartoffelstärke, Maisstärke, Margarine, raffinierte Öle, Kochsalz…

Nährstoffreiche Nahrungsmittel sind: Vollkorn Getreide, Pseudogetreide, Gemüse, grünblättriges Gemüse, Obst, Nüsse, Ölsaaten, Meersalz, fermentiertes Gemüse, Algen, Miso, natürliche Süßmittel je dunkler desto besser.

„Das beste was du machen kannst sind Kochkurse, nicht nur Bücher lesen.‟

RR: Einige beschweren sich, dass wenn sie vermehrt Obst oder Gemüse essen, sie mit einem Blähbauch zu kämpfen haben, was macht man da falsch?

Jasna: Das kann auf eine geschwächte Darmflora hindeuten. Es gibt einiges was man tun kann, um den Darm zu unterstützen:

+ das beste, was du für deine besten freunde deine Darmbakterien tun kannst ist: fermentiertes Gemüse (nicht zu verwechseln mit in Essig eingelegtem Gemüse) wie Sauerkraut oder Kimchi sollte man in kleinen Portionen jeden Tag (vor und nach dem Essen) zu sich nehmen, allerdings sollte es roh sein und nicht abgekocht (pasteurisiert), rohes Sauerkraut findet man in der Kühltheke, noch besser ist man macht es selbst, Rezepte findet ihr auf meiner Facebook Seite.

+Darmbakterien in Tablettenform sind kein Ersatz für fermentiertes Gemüse, aber ein guter Zusatz, achtet beim Kauf darauf dass sie keinen Mist enthalten wie Maltodextirn, Füllstoffe, Gelatine usw.

+stricktes Verbot von Weizen und Milchprodukten

Weizengluten verkleben die Darmzotten und Mich verschleimt den Darm, Jahrelanger Mich und Weizenkonsum kann den Darm schwächen.

+Nüsse, Ölsaaten und Pseudogetreide sollten immer eingeweicht werden, dass verringert den Gehalt an, Phytinsäure und macht sie leichter verdaulich.

+Darmreinigunskuren oder Fastenkuren können 1 mal im Jahr durchgeführt werden, zB Colonhydrotherapie oder Saftfasten mit Einläufen, es ist unglaublich, was sich da so über die Jahre im Darm an Dreck ansammeln kann.

+ Chlor im Trinkwasser tötete nicht nur schädliche Bakterien ab, sondern auch die guten im Darm, d.h. aufpassen was für Wasser man trinkt

+Darmpilze und Parasiten ernähren sich unter anderem von weißem Industrie Zucker, wenn man sehr empfindlich ist würde ich sogar eine Zeit lang ganz auf Obst verzichten, besonders getrocknete Datteln sind sehr zuckerhaltig

+Miso, Umeboshis und Kuzu sind ganz toll bei allen Darmproblemen. Miso ist fermentierte Sojapaste mit Getreide, Umeboshis sind fermentierte Aprikosen und Kuzu ist ein sehr Mineral reiches Pulver (von einer Wurzel) das die Darmschleimhaut regeneriert. 

+gut kauen

+nach 18 h nichts mehr schwer verdauliches essen.

+was mir auch hilft um den Darm zu reinigen sind Flohsamenschalen. 1 TL in 1 Glas warmen Wasser ca. 15 Minuten quellen lassen und den Schleim dann trinken. Ist super für den Darm (hilft übrigens auch gegen Durchfall und gegen Verstopfung)

RR: Was ist der größte Fehler, den man bei der Ernährungsumstellung machen kann?

Jasna: Ich finde der größte Fehler ist wenn man meint alles alleine machen zu müssen. Wenn du in einem Bereich richtig gut werden willst, dann suche dir einen Lehrer! Das beste was du machen kannst sind Kochkurse, nicht nur Bücher lesen. Deswegen biete ich Koch Workshops zu verschiedenen Themen an (Smoothies, gesunde Snacks, Süßes, Eis, Frühstück, Suppen, wie stelle ich eine ganzheitliche Mahlzeit zusammen, usw.). In einem Kochkurs lehrnt man viel schneller und mehr, als man es alleine mit einem Buch in der gleichen  Zeit schaffen würde. Sonst würde ich auch noch viele Bücher zum Thema verschlingen, mich mit Gleichgesinnten austauschen und Foodblogs verfolgen. Wenn dein Essen nicht schmeckt, dann machst du etwas falsch. Veganes gesundes Essen schmeckt köstlich, nur muss man einiges dafür tun es zu lernen. 

„Ich hatte solche Rückfälligen Phasen immer dann, wenn ich keine Zeit hatte, zu viel Stress und irgendwie keine Idee hatte was ich kochen sollte.‟

RR: Ist Rohkost teurer als Kochkost?

Jasna: Das kann man so nicht beantworten. Weil es gibt verschiedene Arten von Rohkost und verschiedene Arten von Kochkost. Eine Rohkost die ohne Superfood auskommt und nur einheimisches Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau benutzt ist billig, eine Rohkost aus den hochwertigsten besten Biozuaten mit Superfoods, Nüssen, Nussmusen ist teurer. das gleiche gilt für Kochkost jemand der nur bei Aldi einkauft gibt weniger aus, als jemand der nur Biofleisch kauft. Außerdem ist teuer nichts schlechtes. Das ist nur in Deutschland so stark ausgeprägt, dass die Menschen meinen so wenig Geld wie möglich für Essen ausgeben zu müssen, aber dafür fette Autos fahren, teure Designer Handtaschen tragen usw. Ich finde es super, wenn man möglichst viel Geld in die biologisch dynamische Landwirtschaft investiert. Gibt es eine bessere Investition als unsere Erde? Nein! Das beste, was du gegen das Bienensterben tun kannst ist Bioprodukte kaufen und Obst und Gemüse, dass mit Herbiziden und anderem Gift bespritzt ist beukotieren. Außerdem von nix kütt nix, wie man in Köln so schön sagt, von nichts kommt nichts. Wenn du viel Geld in etwas investierst, viel in deiner Ernährung änderst wird sich auch viel mit deinem Körper ändern. Außer dem das Geld dass du jetzt für Bio Essen ausgibst musst du später nicht für Medikamente ausgeben. 

Wenn du sparen willst, dann kaufe saisonal, regional und verzichte auf Superfoods, Nüsse und Nussmuse, beim Ökomarkt kann man fragen ob sie Kohlrabi-, Möhren-, Rettich-, Rübenblätter haben die sie wegwerfen, die bekommt man umsonst und sie eignen sich super für Smoothies, überreife Bananen werden im Bioladen zum halben Preis angeboten, du kannst sie zuhause schälen, in Stücke schneiden und einfrieren.

RR: Ich höre immer wieder, das Leute nach Monaten der Rohkost, wieder rückfällig werden, was haben die falsch gemacht, und wie kann man vorbeugen?

Jasna: Jeder hat mal Phasen wo er sich schlechter ernährt. Ich finde diese Phasen auch ganz wichtig um zu spüren was macht diese Ernährung mit meinem Körper. Das geht meistens eine Zeit lang gut, aber dann gehts einem wieder schlechter und dass motiviert einen wieder sich gesünder zu ernähren. Wenn man viele Jahre keinen z.B. Käse oder ähnliches mehr gegessen hat, kommt einem irgendwann mal wieder der Wunsch es wieder zu probieren. Meistens stellt man fest, dass es einem jetzt gar nicht mehr schmeckt.

Ich hatte solche Rückfälligen Phasen immer dann, wenn ich keine Zeit hatte, zu viel Stress und irgendwie keine Idee hatte was ich kochen sollte. Mir hätte ein Kochkurs geholfen um wieder neue Ideen zu bekommen. Wenn das Essen langweilig schmeckt greift man schneller zu ungesundem Essen.

RR: Du machst unglaublich ausdrucksstarke Fotos von deinen Rezepten! Bist du professionelle Fotografin?

Jasna: Danke! Es freut mich dass dir meine Fotos gefallen. Ich stecke da mein ganzes Herzblut rein. Ich habe mir alles selbst beigebracht. Ich habe zwar Grafik Design studiert aber dort haben wir leider so gut wie nichts über Fotografie gelernt, also habe ich mich selbst an die Arbeit gemacht und geübt, geübt und geübt. Ich liebe das Medium Fotografie, damit kann ich mich wunderbar ausdrücken, Stimmungen erzeugen, Atmosphäre erschaffen und bestimmte Stile zum Ausdruck bringen.

„Es hat super Spaß gemacht so dass wir dachten wäre nett wenn noch andere Menschen dabei wären. So sind meine Kochkurse entstanden.‟

RR: Kannst du meinen Lesern ein paar Tipps geben wie sie auch so gute Food Fotos hinbekommen?

Jasna: Gerne! Eine DSLR (digitale Spiegelreflex Kamera) ist wichtig ohne geht es nicht, aber sie ist noch lange keine Garantie für gute Fotos. Vergiss dein iPhone/Smartphone, wenn du professionelle Fotos machen willst, dann brauchst du eine DSLR, da reicht schon eine im unteren Preissegment. Ich mache viele meiner Fotos mit einer 10 Jahre alten simplen Nikon D50 (heute nur noch 100 Euro wert). Jede Kamera die du heute kaufst hat mehr Mega Pixel. Wichtig ist noch ein gutes Objektiv. Ich bevorzuge manuelle Objektive wo man die Blende Schärfe und Belichtungszeit selber einstellen kann. Z.B. dieses hier: manuelles Portrait-Objektiv Nikon AI 105 mm, f 2,5. Es eignet sich perfekt für Foodphotography und Stilleben. Mit Automatik Objektiven wirst du niemals richtig gute Fotos machen können. Weil woher soll deine Kamera wissen wo du es scharf gestellt haben willst, wie hell du es haben willst und wie tief deine Schläfentiefe sein soll? Für meine Fotos brauche ich manchmal mit Einkaufen, zubereiten, im Garten Setting aufbauen, Styling, fotografieren und Bildbearbeitung bis zu 6 Stunden, was man den Fotos nicht ansieht. Sie sehen ganz locker flockig aus, als ob ich sie im vorbei gehen mal eben geschossen hätte. Ein ganz wichtiger Faktor beim Fotografieren ist das Licht. Wenn keine guten Lichtverhältnisse vorherrschen, brauchst du erst gar keine Fotos zu machen. Mit dem Licht steht oder fällt alles. Ich fotografiere meine Rezeptfotos draußen im Garten an einem Sonnigen Tag um die Mittagszeit wenn es richtig hell ist, aber nicht in der Sonnen sondern im Schatten. So hat man ganz umsonst super Licht, dass viel besser aussieht als jeder Blitz oder jede Lichtbox. Nachteil ist dass man nicht spontan Fotos machen kann sondern warten muss bis die Sonne scheint. Beim Fotografieren gibt es sehr viele Dinge die man beachten muss: Farben, Kontraste, Komposition, Schärfentiefe, Strukturen, Muster, Licht, Format, Ausschnitt, Styling usw. Die meisten meiner Fotos sind bis ins letzte Detail durchkomponiert und gestylt. Alle Farben sollten zusammen passen oder absichtlich im Kontrast stehen. Wichtig ist es auch sich vorher zu überlegen welche Stimmung will ich erzeugen: zB. natürlich, verrückt, modern, altmodisch, männlich, weiblich, rustikal, kalt, warm usw. und dann dem entsprechend das Styling zusammen stellen. Etwas was oft vergessen wird beim Fotografieren ist der Hintergrund. Er ist genauso wichtig, wie das Objekt das im Vordergrund steht. Auch wenn der Hintergrund in der Unschärfe verschwindet sollte er farblich und von der Struktur zum Rest passen. Ich bearbeite meine Fotos kaum. Ich finde es wichtig, dass Fotos so perfekt wie möglich gemacht werden, so dass man so wenig wie möglich bearbeite muss. Viele erhoffen sich dass sie ein langweiliges Foto nur mit Photoshop bearbeiten müssen und dann wird es schön, aber das funktioniert nicht.

RR: Wie kam es dazu dein Wissen der Öffentlichkeit  zur Verfügung zu stellen?

Jasna: Eine Freundin hat mich gefragt ob ich ihr zeigen kann, wie ich vegan koche. Ich dachte mir gerne, aber meine Küche ist winzig klein, aber lass es uns mal ausprobieren. Es hat super Spaß gemacht so dass wir dachten wäre nett wenn noch andere Menschen dabei wären. So sind meine Kochkurse entstanden. Ich poste meine Rezepte auf Facebook, einfach weil es Spaß macht und schreibe eine E-Book, weil es sich anbietet meine Fotos und Rezepte zusammenzufassen. Ich habe viel Wissen angesammelt und freue mich wenn ich es teilen kann und anderen damit helfen kann.

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RR: Vielen Dank Jasna für Deine Zeit und Dein Wissen, dass Du uns zur Verfügung gestellt hast. Wir wünschen Dir alles Gute, und wenn Dein E-Book über „Nussmilch“ fertig ist, komm gerne für ein zweites Interview vorbei.

Jasna: Vielen Dank auch an Euch.


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Homepage: In Arbeit


 

Impresionen aus der Welt der Rohkost, von Jasna Janekovic

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